Podcast: Was würde passieren, wenn Europas wilde Bestäuber zusammenbrechen würden? [25.06.26]
Eine neue Studie zeichnet ein anschauliches Bild davon, wie eine solche Welt aussehen könnte. Die Folgen würden weit über Bienen und Blüten hinausreichen.

Photo by İlhan Erce Feyizoğlu
Dr. Arndt Feuerbacher und seine Kollegen haben modelliert, wie sich der Verlust wildlebender Bestäuber auf das europäische Ernährungssystem auswirken würde. Ihre Ergebnisse zeigen ein klares Muster: Die Erträge bestäubungsabhängiger Kulturpflanzen würden sinken, Europa müsste stärker auf Importe zurückgreifen, und die weltweiten Lebensmittelpreise, insbesondere für Obst und Gemüse, würden steigen.
All dies würde zu erheblichen wirtschaftlichen Verlusten führen: Jährlich gingen weltweit Wohlfahrtsgewinne im Wert von 34,4 Milliarden Euro verloren, davon allein 23,8 Milliarden Euro innerhalb Europas.
Die Studie erinnert jedoch auch daran, dass sich nicht alles in Euro messen lässt. Wilde Bestäuber halten einen großen Teil der natürlichen Ökosysteme Europas am Laufen. Sie ermöglichen die Fortpflanzung der meisten Wildpflanzen, die wiederum samenfressende Tiere ernähren und ganze Nahrungsnetze stützen. Auch die Bestäuber selbst dienen vielen anderen Arten als Nahrung. Werden sie entfernt, entstehen Kaskadeneffekte: weniger Pflanzen, weniger Insekten, weniger Vögel, eine geringere natürliche Schädlingskontrolle und insgesamt eine weniger widerstandsfähige Landschaft.
Die zentrale Botschaft ist einfach, aber dringend: Die wirtschaftlichen Verluste wären enorm, die ökologischen Verluste hingegen kaum zu beziffern. Der Schutz wildlebender Bestäuber ist nicht nur für die Landwirtschaft wichtig – er ist entscheidend dafür, dass das gesamte System intakt bleibt.
Den Podcast können Sie hier auf Englisch anhören: When the Buzz Stops: Europe’s Wild Pollinator Collapse (Ep. 78) - The Bee's Knees
Dr. Arndt Feuerbacher Professor an der Fakultät für Agrarwissenschaften der Universität Hohenheim in Deutschland, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von KomBioTa sowie Leiter der Forschungsgruppe „Ökologisch-Ökonomische Politikmodellierung“ am Institut für Agrarpolitik und Märkte.
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